Kernideen
Aldehyde und Ketone haben die Carbonylgruppe C=O gemeinsam, deren Kohlenstoff von Nucleophilen angegriffen wird. Aldehyde tragen am Carbonyl-C ein Wasserstoffatom, wodurch sie leicht oxidierbar sind.
- Die Tollens-Probe (Silberspiegel) und die Fehling-Probe sind für Aldehyde positiv und für Ketone negativ, weil nur Aldehyde leicht oxidiert werden.
- Die Iodoformprobe ist positiv für Methylketone R–CO–CH₃ und für CH₃CH(OH)–R sowie für Ethanal.
- Nucleophile Addition: HCN liefert ein Cyanhydrin, und ein Grignard-Reagenz addiert R′ zu einem Alkohol, sekundär aus einem Aldehyd und tertiär aus einem Keton.
- Die Reduktion mit NaBH₄ oder LiAlH₄ ergibt aus einem Aldehyd einen primären und aus einem Keton einen sekundären Alkohol. Aldolreaktionen brauchen ein α-Wasserstoffatom.
Wichtige Gleichungen
RCHO + [Ag(NH₃)₂]⁺ → RCOO⁻ + AgR₂C=O + HCN → R₂C(OH)CNRCHO + R′MgX → 2° alcoholR₂C=O + R′MgX → 3° alcohol
Durchgerechnetes Beispiel
Propanon + CH₃MgBr, danach H₃O⁺, ergibt 2-Methylpropan-2-ol, einen tertiären Alkohol. Um Ethanal von Propanon zu unterscheiden, gibt das Tollens-Reagenz nur mit Ethanal einen Silberspiegel. Um Propanon von Propanal zu unterscheiden, ist die Iodoformprobe nur mit Propanon positiv.
Häufige Fehler
- Erwarten, dass ein Keton mit Tollens-Reagenz einen Silberspiegel gibt.
- Einen primären Alkohol als Produkt der Grignard-Reaktion mit einem Keton angeben. Ein Keton ergibt einen tertiären Alkohol.
- Vergessen, dass eine Aldolreaktion ein Wasserstoffatom am Nachbar-C der Carbonylgruppe braucht.
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