Warum nicht einfach ein Gehalt durch 1.700 Stunden teilen?
Angestellte werden für alle Arbeitsstunden des Jahres bezahlt, Urlaub und Krankheit eingeschlossen, und der Arbeitgeber trägt Ausstattung, Software, Sozialabgaben-Anteil und die Zeit für Akquise. Freiberufler zahlen all das selbst und verdienen nur in abrechenbaren Stunden; ein Satz, der nur auf einem Gehalt beruht, fällt deshalb viel zu niedrig aus.
Die Methode
- Lege dein Wunscheinkommen nach Steuern fest.
- Rechne die Steuern hinzu: Einkommen ÷ (1 − Steuersatz). Kranken- und Rentenversicherung gehören je nach Situation in die Kosten oder in diesen Satz.
- Addiere deine Betriebskosten: Ausstattung, Software, Versicherungen, Steuerberatung, Arbeitsplatz, Weiterbildung und Altersvorsorge.
- Zähle deine abrechenbaren Stunden: Arbeitswochen × abrechenbare Stunden pro Woche. Verwaltung, Akquise und Lücken zwischen Projekten nehmen viel Zeit ein; viele Freiberufler rechnen 20 bis 30 Stunden einer 40-Stunden-Woche ab.
- Teile die Summe durch die abrechenbaren Stunden.
Ein Rechenbeispiel
Du willst 60.000 im Jahr nach Steuern, zahlst etwa 25 % und hast 6.000 Betriebskosten.
- Vor Steuern: 60.000 ÷ 0,75 = 80.000.
- Mit Kosten: 80.000 + 6.000 = 86.000, die du jährlich abrechnen musst.
- Abrechenbare Stunden: 46 Wochen × 25 Stunden = 1.150.
- Satz: 86.000 ÷ 1.150 = 74,78 pro Stunde, etwa 598 für einen 8-Stunden-Tag.
Mit dem Markt vergleichen
Das Ergebnis ist das Minimum, das deine Ziele erfüllt. Vergleiche es mit dem, was Kunden für ähnliche Arbeit zahlen; Erfahrung und Spezialwissen erlauben mehr, und ein Satz weit unter Markt kann Zweifel an der Qualität wecken. Überprüfe ihn jedes Jahr, denn Kosten und Erfahrung ändern sich.
Rechner
Der Stundensatz-Rechner für Freiberufler rechnet das mit deinen Zahlen und nennt auch den Tagessatz. Zum Vergleich mit einer Anstellung nimm den Gehalt-in-Stundenlohn-Rechner und den Brutto-Netto-Rechner.